Den eigenen Stil entwickeln – Fashion 50 +

Gegen Ende der 70er Jahre während meiner Teeniephase war die Flower-Power-Zeit vorbei und wir trugen Einheitskleidung. Wer etwas auf sich hielt, der trug eine Wrangler Jeans und einen “echten” BW-Parka in Olivgrün. Die Haare waren lang, auch bei den Jungs.

Anfang der 80er gab es auf der einen Seite die Punks, auf der anderen die Popper. Ich wechselte vom Gammellook mit Cordlatzhose zum Collagestyle mit Popperschnitt, obwohl ich lieber Punk und Rock hörte als Disco. Schließlich konnte ich nicht im Schlabberlook ins Büro.

In der Zeit der fürchterlichen Schulterpolster und oversized Pullover mit Leggings waren meine Kinder noch klein. Über Mode machte ich mir wenig Gedanken. Ich war froh, wenn meine Klamotten nicht vollgespuckt waren.

Als meine Kinder aus dem Gröbsten – sprich aus den Windeln – heraus waren, wurde es höchste Zeit für eine Veränderung.

Längst orientierungslos besuchte ich eine Farb- und Typberaterin, nachdem ich bereits mehrere Bücher darüber gelesen hatte. Ich wurde als Sommertyp eingestuft, der kühle pudrige Pastelltöne braucht, war damit aber nicht richtig glücklich.

Ein Besuch bei einer Kosmetikerin brachte es dann ans Licht: Ich bin ein Wintertyp. Klare kühle Farben und Kontraste. Auf jeden Fall Schwarz. Ich war überglücklich, da mich die Winterfarben in den Büchern immer am meisten angesprochen hatten.

So entwickelte sich langsam mein eigener Stil. Anfangs lief ich mit der Farbpalette durch die Geschäfte, was manchmal sicherlich zur Belustigung der Passanten beitrug.

Jetzt mit 50 + kann ich sagen, dass ich meinen Stil gefunden habe. Mode spielt für mich eine wichtige Rolle. Ich will jung aussehen, aber nicht overdressed.

Dabei gibt es für mich vier wichtige Kriterien:

1. Wähle die richtigen Farben und Muster

Haarfarbe, Augenfarbe und Teint sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Es gibt vier Farbtypen, auf die ich in weiteren Posts noch eingehen werde:
Wer seine Farben kennt, ist immer richtig angezogen.

Mustermix ist erlaubt. Eigentlich ist alles erlaubt, was gefällt, wenn die Kombination stimmt. Mir stehen große geometrische Muster besser als kleine Blümchen. Auch hier auf die Farbzusammenstellung achten.

2. Wähle den richtigen Schnitt

Nichts ist schlimmer als Kleidung, die nicht sitzt. Ein zu enger Rock oder Hosen, die Falten an den Beinen werfen, wirken schnell wie Wurstpelle und sind ein
No Go.

Betone dabei deine Schokoladenseite und kaschiere Problemzonen.

Einen Minirock beispielsweise würde ich nicht tragen (mochte ich noch nie). Meine Beine gehören eher zu meinen Problemzonen. Deshalb betone ich meinen Oberkörper und meine Taille. Für mich sind Kleider und Röcke der A-Linie genau richtig, die bis zum Knie gehen. Auch den Lagenlook mag ich sehr gern. Meine Jacken sind eher kurz – das streckt den Unterkörper.

3. Wähle die richtigen Accessoires

Hier gilt: Weniger ist mehr. Wenn der Gürtel schon ein Hingucker ist, darf der Schmuck ruhig dezenter ausfallen. Auch bei den Accessoires auf die passenden Farben achten. Kühlen Farbtypen steht Silberschmuck und Platin am besten, zu warmen Farbtypen passt Gold oder Bronze.

4. Sei authentisch und selbstbewusst

Egal, ob Prada Kleid oder Second-Hand Sachen. Wichtig ist die Haltung und wie die Kleidung präsentiert wird. Die Marke ist mir egal.

Es kommt auf die Ausstrahlung an. Das Alter spielt dabei keine Rolle.

 

 

41 Kommentare

  1. sabine
    23. August 2013 / 22:27

    Sabine, da kann ich Dir nur zustimmen. Es kommt vor allem drauf an wie man seine Kleidung trägt, nicht was für welche. Du hast eine tolle Ausstrahlung und Deinen Stil in jedem Fall gefunden.
    Wenn ich Deinen modischen Werdegang so lese, stelle ich fest, dass er sich gar nicht so sehr von meinem unterscheidet.
    Lieben Gruss von Sabine

    • 23. August 2013 / 22:49

      Das Kompliment gebe ich gern zurück. Ich mag deinen Stil und wie du die Kleidung präsentierst ♥

  2. 23. August 2013 / 23:19

    Liebe Sabine,
    ich stimme dir in allen Punkten zu. Es kommt immer darauf an,
    wie man sich gibt. Ich kaufe z.B. meine Kleidung lieber etwas
    größer als zu eng. Mit den Farben bin ich etwas zurückhaltend.
    Aber ich trage durchaus auch farbenfrohe Shirts.
    Einen guten Start ins Wochenende wünscht
    Irmi

    • 24. August 2013 / 8:56

      Liebe Irmi,
      du hast auch deinen eigenen Stil und stehst zu deinen grauen Haaren. Das finde ich klasse, eben authentisch.

  3. 24. August 2013 / 4:55

    Kann mich anschliessen, wobei ich hier auch eine ganz andere Art "kennengelernt" habe. Hier schämen sich die wenigsten Tinerfeñas für ihre Rundungen und sie tragen auch eng anliegende Shirts und kurze Hosen. Es wird getragen was gefällt, und sie strahlen dieses Wohlgefühl auch aus, somit wieder der Punkt: wie man sich gibt^^

    Im Grunde kann man sagen: die Medien geben das Gefühl: man sollte nicht, man darf nicht usw. wenn man ein paar Kilos mehr auf den Rippen hat….aber muss es wirklich so sein??

    Klasse ist es jedenfalls wenn man seinen Stil gefunden hat und sich wohlfühlt.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende und sende liebe Grüsse

    • 24. August 2013 / 8:57

      Du bringst es auf den Punkt. Die farbenfrohen und stolzen Tinerfeñas habe ich schon oft bei dir bewundert.

  4. Claudia M. Overmann
    24. August 2013 / 5:04

    Eine berufstätige Frau ist heutzutage gewissen Zwängen unterworfen, das sehe ich ein.Ich kann mich da schon entspannt zurück lehnen. Mein Kleidungsstil ist der CMO-LAISSE-FAIRE-LOOK. Mein Hauptaugenmerk ist auf die Bequemlichkeit gerichtet, dann soll mich das, was ich trage,doch bitte schlanker wirken lassen ;-), ein wenig eitel bin ich schon. Aber es darf mich nicht all zuviel kosten, am besten noch Second-Hand. Wenn ich mich dann darin wohl fühle, ist alles gut. Mit der Mode gehe ich nicht, die Zeiten sind für mich vorbei.Da war ich aber auch noch nie sehr interessiert.Ich schaue mir aber gerne an, was Sabine wieder für sich entdeckt hat, so bleibe ich auch auf dem laufenden. Meist gefällt es mir gut und wenn nicht, macht nichts. Jeder wie er so mag. Ein schönes Wochenende wünsche ich, LG Claudia.

    • 24. August 2013 / 9:25

      Jedem Modetrend hinterherjagen wäre mir viel zu anstrengend. Bequem müssen meine Sachen sein, vor allem weil ich viel Zeit im Büro verbringe. Mein Budget ist hier auch begrenzt.

  5. Wetterhexe1112@blogspot.com
    24. August 2013 / 5:39

    hallo sabine,
    es kommt halt immer drauf an. meine mutter hat immer auf ihren kleidungsstil geachtet und hat uns mädchen das auch beigebracht. sie war eine sehr schicke frau und sah mit ß6 jahren noch top aus, war sehr schlank und trug größe 40 und sah auch durch ihren kleidungsstil mindestens 15 jahre jünger aus. trotz 6 kindern und einer sehr schweren zeit sah man ihr das nicht an.

    mein kleidungsstil war immer klassisch. dabei trage ich sehr gerne kurze röcke auch in meinem alter noch.
    wenn die beine und die knie mitmachen, kann man das hat mir eine beraterin einmal erklärt. ich trage aber sehr gerne schwarz obwohl ich rot mag und bin aber auch da experimentierfreudig. ich sag jetzt mal billige kleidung dafür bin ich nicht so sehr, denn manchmal sieh man es halt auch. wie gesagt, es kommt drauf an.

    ich denke mal mit etwas geschmack kann sich jeder passend kleiden.

    liebe grüßle eva

  6. Wetterhexe1112@blogspot.com
    24. August 2013 / 5:42

    nun habe ich was vergessen.

    ich schreibe das jetzt ganz bewußt.

    schönheit kommt von innen, richtig. das stimmt auf die ausstrahlung kommt es an und wie man innerlich zufrieden ist und auch darauf, wie man geht, wie man sich gibt. das sehen wir ja leider hier nicht.

    • 24. August 2013 / 9:04

      Das stimmt. Ich gebe mich auch persönlich so wie auf den Bildern. Ich finde nichts schlimmer als sich zu verstellen.
      LG

  7. JARIS
    24. August 2013 / 6:30

    Schulterpolster – soifz – meine erste Amtshandlung, wenn ich etwas "mit" gekauft hatte, war, sie rauszuschneiden.
    In den Sachen, die wir tragen, sollten wir uns in erster Linie wohl fühlen. Um meinen Stil zu verwirklichen, nähe ich auch viel selber und denke nicht mehr so oft darüber nach, was wohl "die anderen sagen", wenn ich die eine oder andere Kreation trage.

    Dir einen schönen Samstag

    LG von Jaris

    • 24. August 2013 / 9:05

      Beim Nähkurs bin ich angemeldet. Darauf freue ich mich schon.

  8. 24. August 2013 / 7:14

    ja Jeans und Parker, ad hab ich auch mit gemacht, darunter tallienkurzer Pulli bauch nackt aber ein langer schal um den hals…… dann kamen schon bald die Kinder und getragen wurde was praktisch und gerade sauber war.

    mir waren Moderichtungen dann irgendwann gar nicht mehr so wichtig, sondern ich trug schon immer gerne was mir gefällt. vor allem ganz viel Röcke. weil die im Winter schwer zu kriegen waren, weil die Mode halt Hosen vorschrieb, habe ich angefangen mehr und mehr meiner Garderobe selbst zu nähen.

    lg gabi

    • 24. August 2013 / 9:05

      Bauchfrei, das waren noch Zeiten ♥

  9. 24. August 2013 / 7:26

    Selbstbewusst muss man halt sein…Das kann nicht jeder !!

    Finde ich total Klasse !!

    LG

    • 24. August 2013 / 9:05

      Stimmt, aber das kann man lernen.

  10. 24. August 2013 / 7:27

    Great post,I definitely agree that the cut and shape of clothes is very important! What suits one person may not look good on others! I love to add jewellery and scarves to basic outfits to add colour! Have a great weekend:)
    ~Anne

  11. 24. August 2013 / 7:30

    ich erinnere mich….aber schee wars ;-))

    ich ziehe an, wonach mir gerade ist, oder dem thema entsprechend.
    mit der typeberatung habe ich mich auch auseinander gesetzt, aber leider mag ich farben die eigentlich nicht meinem typ entprechen. also was macht man dann????? tragen was einem gefällt (und hoffentlich nicht entstellt ;-))))))))))))))))))))))))
    liebe grüssele zu WE

    • 24. August 2013 / 9:08

      Farben, die nicht zu meinem Typ passen, trage ich nicht direkt am Gesicht. Beige Hose mit blauem Oberteil geht, umgekehrt nicht.

  12. 24. August 2013 / 7:36

    das steht dir mal wieder unheimlich gut. ich find es toll wenn man nie den blick für mode verliert, egal welches alter ist.
    gglg

  13. 24. August 2013 / 8:05

    Toller Post! Den eigenen Stil zu finden ist gar nicht so einfach. Ich kann mich irgendwie nie für nur eine Richtung entscheiden.
    Schön, dass du deinen Stil gefunden hast und damit so glücklich bist. :)

    • 24. August 2013 / 9:10

      Ich lege mich auch nicht auf eine Richtung fest, das wäre mir zu langweilig. Es macht auch Spaß, die Kleidungsstücke immer wieder neu zu kombinieren.

  14. 24. August 2013 / 11:44

    Das hast du sehr schön geschrieben! Ich hätte gern mal ein Foto vom Popperschnitt gesehen! Überhaupt hast du bestimmt immer sehr trendy ausgesehen!
    Liebe Grüße
    Gisela

    • 24. August 2013 / 12:50

      Ich weiß gar nicht, ob ich noch Fotos davon habe. So trendy war ich gar nicht. Hab nie jeden Modetrend mitgemacht.

  15. 24. August 2013 / 13:08

    Ich finde…du hast für dich genau den richtigen Stil gefunden liebe Sabine.
    Ich zieh eigentlich immer das an was mir gefällt und worin ich mich wohlfühle ob das nun unbedingt den anderen gefällt weiss ich nicht aber beschwert hat sich noch niemand darüber ;-) Um ganz ehrlich zu sein hab ich nie den aktuellen Modetrend mitgemacht denn vieles davon hat mir überhaupt nicht gefallen und schön fand ich es auch oft nicht.
    An die alten Zeiten erinnere ich mich sehr gerne und irgendwie kommt ja alles immer mal wieder.

    Hab ein schönes Wochenende liebe Sabine♥
    Liebe Grüße

    • 24. August 2013 / 18:22

      Stimmmt, Leggings zum Beispiel. Die würde ich heute nicht einfach nur mit T-Shirt tragen ♥

  16. 24. August 2013 / 14:57

    Also das Alter spielt gar keine Rolle…
    Im gegenteil ich finde es toll das wir in einer Zeit leben in dem Großmütter oft mehr Chick und Charme zeigen als junge Mädchen.
    Und du hast das toll umgesetzt Sabine!

    LG, Michaela

    • 24. August 2013 / 18:24

      Das stimmt. Ich kenne einige ältere Damen, die sehr elegant sind.

  17. Bente
    24. August 2013 / 22:02

    Sehr flott und passend!

    Liebe Grüße – Monika mit Bente

  18. Christine K.
    24. August 2013 / 22:39

    ja, finde ich auch, am wichtigsten ist, dass man sich wohlfühlt in seinen Klamotten und dass sie zu einem passen. früher war es mir wichtiger, einem Trend zu entsprechen.
    ich mag auch gerne dunkle und kräftige Farben, in hellen Farben sehe ich blass aus. und bestimmte schnitte stehen mir nicht, insbesondere solche, die vorne weit sind.

    LG Chris

    • 25. August 2013 / 15:47

      Da sind wir uns anscheinend sehr ähnlich.

  19. 25. August 2013 / 12:48

    Ahhhhhhhhhhhh I cannot understand what you say, but you look wonderful.
    Liebe grübe.
    XXXXXXXXXXXX

    • 25. August 2013 / 15:45

      Hi, cou can use the translator at the sidebar ♥

  20. 25. August 2013 / 17:12

    Toller Post Sabine,
    ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ich der ausgetestete Wintertyp bin. Mit weißem Häubchen, und weiß und schwarz oder pink unterm Gesicht wirkte ich in der Tat am besten. Wobei mir auch die eine oder andere Sommerfarbe zu stehen scheint. Was ich schon 20 Jahre nicht mehr mache, sind warme Farben unterm Gesicht. Sie stehen mir DEFINITIV nicht.
    LG Sunny

    • 25. August 2013 / 22:15

      Schwer zu sagen. Ich schätze mal, du bist ein Sommertyp. Ist aber wirklich nur eine Einschätzung von mir.

  21. 25. August 2013 / 21:41

    Meine Kleidung war schon immer modisch und ich hatte meine Farben, was sich dann auch bei der Farb – und Stilberatung zeigte, bin das ganze Gegenteil von dir und würde schon gerne mal schwarz tragen, geht ja auch bei Hosn und Röcken, aber Röcke trage ich eher weniger und wenn, dann nur Bleistiftröcke oder lange ausgestellte, die ganz sanft fallen müssen. Meine Farben eher auch sanft, manchmal darf es gerne mehr Farbe sein, aber alles warme Farben, da Frühling – Herbsttyp.
    Schick siehst du immer aus, es paßt.
    Grüßle ♥ Mathilda

    • 25. August 2013 / 22:18

      Wenn du das passende Oberteil trägst, dann kannst du auch schwarze Hosen oder Rücke dazu kombinieren.

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