Früher dachte ich, dass ein Blogger mindestens jeden Tag einen Post “auf den Markt” bringen müsste. Komme, was da wolle. Denn der Leser will ja befriedigt werden. Das dachte ich wirklich. Also “schmiss” ich jeden Tag einen Post in die Runde, manchmal sogar zwei. Ob der Leser das nun lesen wollte oder nicht. Scheißegal. Ich fand das cool. Der Leser nicht immer. Aus diesem Grund (und aus anderen) gibt es den Blog meiner Anfänge nicht mehr. Ich konnte mich nicht mehr damit identifizieren.

Möglicherweise geht es vielen Bloggern im Laufe des “Bloggerlebens” so. Es kommt eines Tages der Zeitpunkt, an dem Du denkst: “So geht es nicht weiter. Du machst Dich lächerlich”. Und dann fängst Du ganz von vorn an. Nicht nur, weil das eigentlich gar nicht mehr Dein Blog ist, sondern weil Du Dich und damit Dein Blog in eine andere Richtung entwickelt hast.

Die Wende

Es erging mir mehrfach so. Ich blogge seit über 6 Jahren.

Im Mai 2013 kam die Wende.

Ich hatte zu der Zeit einen Blog namens “Wohnliese”, den ich  bereits nach kurzer Zeit in “Die Liese” umbenannte (mein Mädchenname ist Liese). Aus einem einfachen Grund: Ich bin keine “Wohnliese”, die ständig im Haus umdekoriert. Der Blog entstand damals aus einer Laune heraus, weil mich meine Schwester mit bloggen infizierte.

Meine Schwester Inken betrieb den Blog Strickliese Kreativ, der zu dieser Zeit vor 6 Jahren sehr viele Follower hatte, bei DaWanda hatte sie einen gut gehenden Shop mit selbst gestrickter und gehäkelter Ware. Inzwischen ist der Shop aufgelöst. Der Blog ist längst Geschichte.

Die Frage war also, was ich aus der Wohnliese mache.

Von den vielen kreativen Blogs fühlte ich mich infiziert. Ich wollte unbedingt etwas Kreatives machen. Also versuchte ich es damit, Schmuck herzustellen. Wie kam ich dazu? Naja, wie die Jungfrau zum Kind.

Bei Aldi entdeckte ich ein Balstel-Set zur Herstellung von Schmuck – eine Kette, ein Armband und Ohrringe. He, das machte mir Spaß. Und es war eine Herausforderung. Etwas ganz Neues.

Der Schmuck gefiel mir. Also kaufte ich bei Aldi noch weitere Bastel-Sets. War ja relativ günstig – und ich konnte probieren, ob mir dieses Hobby gefällt.

Ich mache in Schmuck

DAS war es also. Schmuck. Mit Bling-Bling. Ganz versessen war ich darauf, Schmuck herzustellen. Ich liebte es. Konnte gar nicht wieder aufhören. So manche Nacht verbrachte ich damit, Ketten, Armbänder und Ohrringe herzustellen.

Ein Shop bei DaWanda ging online – mit meinen Schmuckstücken. Ich war auf Märkten vertreten und versuchte dort, meinen Schmuck zu verkaufen. Denn so viel Schmuck konnte ich nicht selbst tragen.

Außerdem ging ich immer mehr dazu über, Outfits von mir im Blog zu zeigen – zusammen mit meinem Schmuck.

So wurde mein alter Blog stillgelegt und ein neuer eröffnet. Bling Bling Over 50.

Es sollte nicht nur um meinen Schmuck gehen, sondern um meine Outfits und alles, was sich rundherum in meinem Leben abspielt. Um Reisen und Gedanken.

Eine Zeit lang wurde der Schmuck outgesourct – in einen separaten Schmuckblog. Dies wurde schnell wieder verworfen.

Der Schmuck verkaufte sich nicht sonderlich gut. Mehr schlecht als recht. Dabei bin ich heute noch davon überzeugt, dass ich mehr hätte daraus machen können. Wie immer fehlte die Zeit und die Muse. Vor allem war ich wohl nicht bissig bzw. nicht ehrgeizig genug. Denn ich bin schließlich berufstätig und verdiene meine Brötchen im Büro.

Daher gab ich die “Produktion” des Schmucks irgendwann auf, löschte meinen Shop bei DaWanda, ging nicht mehr auf Märkte. Der Druck war zu groß.

Und nun, was wird aus dem Blog?

Der Blog entwickelte sich schon vorher zu einem Fashion und Lifestyle Blog. Wobei Outfits und Fashion vielleicht im Vordergrund stehen, das reale Leben aber nicht zu kurz kommen sollte.

Es stellte sich wiederum die Frage, wie es weitergehen soll. Hat mein Blog tatsächlich den richtigen Namen? Was möchte ich mit meinen Beiträgen sagen? Will ich nur Bling-Bling, oder geht es hier auch um andere Dinge?

Mittlerlweile hatte sich Bling Bling Over 50 bereits so eingeprägt, dass ich den Blog nicht vollständig umbenennen wollte.

Ohne Druck bloggen

Darum blogge ich jetzt unter meinem eigenen Namen mit dem Untertitel “Lifestyle and Bling-Bling over 50”.

Ganz ohne Druck.

Ohne Druck bloggen finde ich total wichtig. Wenn ich unter Druck schreibe, habe ich ein Brett vorm Kopf. Dann bin ich nicht ich selbst. Ich bin nicht authentisch. Mir fällt nichts ein. Das ist wie bei einer schriftlichen Prüfung mit vielen Aufgaben, wenn Du vor dem leeren Blatt Papier sitzt und gar nichts mehr weißt.

Wie machst Du das? Bloggst Du locker? Hast Du Druck beim Bloggen? Oder kommst Du unter Druck erst richtig in Fahrt?

 

Dir gefällt das? Beitrag teilenShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on Twitter