Neues von Jake und Elwood #4

Neues von Jake und Elwood #4

Clickertraining für Katzen

Katzen kann man nicht erziehen? Tricks beibringen geht gar nicht?

Im Prinzip sind Katzen eigensinnige Wesen und lassen sich ungern erziehen. Katzen lassen sich lenken, wenn man ihre Gewohnheiten kennt. Mit viel Geduld und Spucke kann man ihnen sogar Tricks beibringen – mit dem Clicker.

Die Katze macht normalerweise was sie will. Katzen sind schließlich keine Hunde.

Gerade kleine Katzen machen viel Blödsinn – wenn man sie machen lässt. Es geht aber auch anders. Niemals, wirklich niemals hat es einen Sinn, ein Tier anzuschreien oder anzubrüllen, wenn es Unsinn macht. Weder Hund noch Katze reagieren auf “Schimpfe”. Besser ist es, das Tier abzulenken und für Verhaltensweisen zu belohnen, die es machen soll.

Das geht mit dem Clicker besonders gut.

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Wir haben uns via Amazon die Katzen-Clicker-Box gekauft. Darin enthalten ist ein Begleitbuch, der Clicker und Karten, auf denen einzelne Trainingseinheiten beschrieben sind.

Weil uns diese Box so gut gefällt, möchte ich sie Dir heute vorstellen.

Das Prinzip ist ganz simpel. Wenn die Katze das macht, was Du willst, wird geclickert und sie bekommt eine Belohnung in Form eines Leckerlis.

Bei Hunden funktioniert das sehr gut. Sitz, Platz, bei Fuß gehen. Katzen können Verhaltensweisen lernen. Sie haben nur andere als Hunde. Daher sind die Übungen anders als bei Hunden.

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Dennoch reagieren Katzen gleichermaßen wie Hunde auf Belohnungen, wenn sie das machen sollen, was der Mensch will.  Wenn sie klein sind, kann man Katzen am besten erziehen. Der Clicker ist dabei eine gute Hilfe. Außerdem macht es den Katzen Spaß.

Wie funktioniert das Clickertraining mit Katzen?

Ob auf den Namen hören, sich hinsetzen oder Männchen machen. Solche Tricks kann man Katzen beibringen.

Im Begleitbuch werden zunächst die Grundregeln des Clickerns beschrieben. Wie wird geclickert, wann wird geclickert und wann gibt es ein Leckerli. Es wird empfohlen, den Clicker zunächst ohne eine Katze auszuprobieren oder zusammen mit dem Partner, damit man ein Gefühl dafür bekommt.

Der Clicker selbst ist etwas leiser als der für Hunde. Katzen mögen keine so lauten Geräusche. Er liegt gut in der Hand.

In der Box befinden sich 36 Übungskarten in drei unterschiedlichen Kategorien.

  • Basics
  • Erziehungsübungen
  • Tricks

Die Karten sind von 1 bis 36 durchnummeriert. Auf der Vorderseite befindet sich eine Grundübung, auf der Rückseite alternative Übungen. Also jede Menge “Futter” für die Katze.

Bei vielen Übungen wird die Benutzung eines Targets (schmaler Stab) verwendet. Es geht aber auch der Zeigefinger einer Hand. Daher ist der Tipp, es vorher ohne die Katze auszuprobieren, ganz sinnvoll. Ich bin in dieser Hinsicht nicht so geschickt wie mein Mann.

Unsere Beiden haben sofort gut mitgemacht. In der ersten Woche wurden sie einzeln an den Clicker gewöhnt. Mittlerweile können beide zusammen trainieren.

Wie gut das funktioniert, siehst Du weiter unten auf den Bildern.

Nur wenn es um Futter geht, setzt immer noch der Verstand aus. Wir haben eine offene Wohnküche, sodass ich beim kochen nicht die Küchentür schließen kann. Anfangs war es kaum möglich, überhaupt das Essen zuzubereiten, ohne dass mir eine Katze dazwischen funkt.

Die Konsequenz ist die Verbannung aus dem Bereich. Wenn es mir zu bunt wird und sie immer wieder auf die Arbeitsplatte im Kochbereich springen, müssen sie den Raum verlassen und dürfen sich nur in einem Teil der Wohnung bewegen. Es ist einfach zu riskant, wenn die Herdplatten noch heiß sind.

Auch betteln am Tisch mögen wir überhaupt nicht leiden. Mittlerweile haben wir das im Griff. Nur auf dem Herd darf nichts stehen bleiben, wenn wir mit dem Essen fertig sind, was mich ziemlich nervt. So ist die Küche jedenfalls recht schnell wieder aufgeräumt.

Es gibt eine Übung mit dem Clicker, die in dem Fall auf einen bestimmten Platz verweist. Das werde ich zusammen mit meinem Mann noch intensiver üben. Allein fällt es mir schwer, weil ich gleichzeitig auf heiße Herdplatten Acht geben muss.

Wenn Besuch da ist benehmen sich die Beiden ganz gut. Sie sind Fremden gegenüber zwar nicht ängstlich, aber zurückhaltend. Nicht jeder mag sofort eine Katze auf dem Schoß haben.

Wann sollte man das Clickertraining mit Katzen beenden?

Das Clickertraining sollte man dann beenden, wenn die Katze lustlos wird. Bei uns ist die Übung  dann “fertig”, was besonders betont wird. Der Clicker kommt wieder in die Box. Bis zum nächsten Mal.

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Es gibt noch jede Menge Trainings-Potenzial. Man darf nicht zu viel erwarten. Jake und Elwood sind nicht jeden Tag gleich gut aufgelegt.

Beschäftige Dich mit Deinem Tier, gib ihm Anreize und lenke es von ungeliebten Gewohnheiten ab. Du wirst sehen, das klappt ganz gut. Wie gesagt, dafür braucht man viel Geduld. Aber es lohnt sich.

Jake und Elwood lernen schnell. Mein Mann ist ein echter “Katzenflüsterer”. Er hat das gut im Griff. Mindestens einmal am Tag wird “geclickert”, damit die beiden Racker nicht aus der Übung kommen.

Es macht ihnen großen Spaß. Klar, sie machen immer noch Blödsinn. Dafür sind sie einfach zu klein. Wir wissen nicht, was sie anstellen, wenn wir außer Haus sind. Die Spuren auf dem Ceran-Kochfeld liefern den besten Beweis dafür.

Der Clicker bereitet unsere Katzen ebenfalls darauf vor, dass sie eines Tages nach draußen dürfen. Noch ist das zu riskant. Wir warten damit, bis sie kastriert wurden. Das können wir im Dezember machen lassen. Meistens werden sie danach ein bisschen ruhiger.

Bis dahin kann ich mir ordentlich Kalorien abrennen.

Sabine Gimm
Sabine Gimm

Autorin von Bling-Bling over 50

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26 Kommentare

  1. Nessy Wagner
    2. Oktober 2016 / 9:43

    Danke Sabine für Deinen tollen und informativen Artikel! Es macht soviel Spaß, mit Tieren zu spielen! Ds Clickertraining habe ich persönlich noch nicht ausprobiert… Aber es klingt spannend und Dein Kater macht eine sehr gute Figur! Weiterhin noch eine gute Zeit und alles Liebe, Nessy von Salutary Style

    • 2. Oktober 2016 / 12:53

      Vielen Dank liebe Nessy. Das Training ist wirklich eine tolle Sache :)

  2. 2. Oktober 2016 / 10:27

    Stimmt, man sollte sie nicht anschreien, aber die Tonlage ändern bringt schon einiges, zumindest bei Gismo wenn er mit seinem Mau z.B. zuviel Aufmerksamkeit möchte und mal die Schnüss halten soll *gg* Lustig immer wenn er mich dann anschaut, auch die Tonlage ändert und sozusagen meckern abzieht ;-)

    Kurioserweise habe ich ihm gleich von klein auf auch beibringen können in der Küche nirgends draufzusprigen, ebenso wie auf Tische und Schränke oder sich für ein Leckerchen sich hinzusetzen.

    Katzen können erzogen werden, allerdings ohne ihren Charakter zu verlieren. Diese Erfahrung konnte ich jedenfalls bei jeder meiner Katzen machen.

    Finde es jedenfalls toll dass du es auch machst, und ich bin schon gespannt was du noch alles berichten kannst. Vor allem auch dann wenn sie nach draussen dürfen.

    Weiterhin viel Freude mit den Rackern.

    Liebe Grüssle und Streichler für die Beiden

    N☼va

    • 2. Oktober 2016 / 12:54

      Die Tonlage ändert sich bei uns auch, wenn die beiden Quatsch machen. Finde ich auch wichtig, damit sie nicht für ihr Fehlverhalten belohnt werden.

      Liebe Grüße auf die Insel :)

  3. Marita
    2. Oktober 2016 / 11:29

    DAS ist ja interessant!
    Von dem clicker habe ich noch nie gehört. Toll, dass es so etwas gibt. Muss ich gleich mal hin..
    Das wäre nämlich eine gute Maßnahme für meine Nala, jetzt schon gut 2 Jahre, denn sie benutzt sehr gerne meine Loomstühle als Kratzbaum… das uss ich ihr unbedingt abgewöhnen!Zur Zeit bespritze ich sie sie aus dem Hinterhalt mit einem Wasserstrahl aus der Blumenspritze..
    Schönen Sonntag!
    LG Marita

    • 2. Oktober 2016 / 12:57

      Einen Versuch ist es wert liebe Marita. Anscheinend nützt der Wasserstrahl ja nichts. Aber erwarte keine Wunder. Für das Training braucht man viel Geduld ;)

  4. Tina von Tinaspinkfriday
    2. Oktober 2016 / 11:58

    Hört sich doch toll an, ich wünsche viel Erfolg.Katzen sind wirklich nicht einfach und ich bin froh dass meine kleinen Hunde nicht auf Tische und Küche kommen. Eine Katzenkommt ja überall hin, wenn sie will. Da muss man ganz schön umdenken, gell.
    süße Fotos von den Rackern ;)
    Liebe Grüße Tina

    • 2. Oktober 2016 / 12:58

      Das stimmt liebe Tina. Gerade kleine Katzen sind sehr neugierig und wollen überall hin. Das ist bei Hunden ganz anders. Mit Hunden habe ich allerdings noch keine Erfahrung.

  5. 2. Oktober 2016 / 13:40

    Ein interessanter Artikel, Sabine. Ich bin, ehrlich gesagt, froh, dass wir nur Outdoor – Kaninchen haben, die ab und an im Kinderzimmer zu finden sind. Übrigens lassen sich sogar Kaninchen erziehen :) – zumindest in einem gewissen Rahmen.
    Viel Spaß noch mit deinen Katern und ich bin mir sicher, die werden im Dezember dann ruhiger.
    Lebe Grüße
    Andrea

    • 2. Oktober 2016 / 18:36

      Das glaube ich auch Andrea. Meistens werden sie nach der Kastration ruhiger :)

  6. 2. Oktober 2016 / 13:51

    liebe sabine, ich fand den beitrag wirklich sehr interessant. ich wusste gar nicht, dass man katzen so trainieren kann.
    toll!
    und die bilder, soooo knuffig :).
    liebe grüße!

    • 2. Oktober 2016 / 18:36

      Danke Dir liebe Jenny :)

  7. 2. Oktober 2016 / 15:23

    Diese Clickermethode habe ich mal im Fernsehen gesehen. Ich finde das ganz interessant. Wie schön, dass sich die beiden Stubentiger darauf einlassen. Kann ich mir gut vorstellen, dass man dafür viel Geduld benötigt. Das sind übrigens richtig schön Bilder. Die Beiden sind einfach zum Knuddeln.
    LG
    Ari

    • 2. Oktober 2016 / 18:37

      Vielen Dank liebe Ari :)

  8. 2. Oktober 2016 / 17:55

    Hihi, ich frage ich immer, wer das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass Hunde keinen eigenen Kopf haben. Wer auch immer es war, ich würde ihm gern Fine vorstellen. Der dickköpfigste Hund der Welt. Gegen den war unsere Katze wirklich ein Wunder an Disziplin *kicher*
    Liebe Grüße
    Fran

    • 2. Oktober 2016 / 18:38

      Hunde können einen ganz schönen Dickkopf haben. Das glaub ich Dir aufs Wort :)

  9. 2. Oktober 2016 / 19:45

    Echt? Man soll mit Katzen trainieren. Das habe ich noch nie gehört. Aber bloggen büüüldet.
    Ich habe zwar mit meiner Katze als Kind immer gespielt. Wollknäul. Kleine Hozmaus…. Und dressieren wollte ich sie auch. Wie einen Löwen mit Leckerlis auf einen Schemel locken. Fand der Kater, unkastriert, meist recht bald, recht langweilig.
    LG Sunny

    • 2. Oktober 2016 / 21:34

      Also, man KANN mit Katzen trainieren, muss aber nicht. Meine Katzen sind ganz wild danach und freuen sich wie Bolle :D

  10. 3. Oktober 2016 / 0:04

    Liebe Sabine,

    ich wusste gar nicht, dass man Katzen überhaupt “erziehen” kann.
    Toll, dass es mit dem Klicker möglich ist. Dir wird bestimmt wohler sein, wenn Du weisst, dass die Katzentierchen nicht mehr in der Küche spielen werden, wenn Du nicht da bist.

    Schönen Feiertag und ganz liebe Grüße :-)

    • 3. Oktober 2016 / 9:24

      Liebe Claudia,
      ich glaube, dass die Katzen weiter überall herumlaufen, wenn wir nicht da sind. Dafür sind sie einfach zu neugierig. Nur wenn gekocht und gegessen wird mag ich das gar nicht haben. Da die Küche offen ist, müssen wir damit leben. Ansonsten hätte ich die Tür zugemacht. Dir auch einen schönen Feiertag :)

  11. 3. Oktober 2016 / 10:24

    Ich würde sagen für Kitten ein echt toller Spaß, oder? Für dich vielleicht ein bisschen anstrengend, aber eines ist sicher, es wird sich lohnen! :)
    LG
    Claudia

    • 3. Oktober 2016 / 15:43

      Es ist zwar jetzt ein bisschen anstrengend. Das zahlt sich bestimmt aus :)

  12. Gisi
    5. Oktober 2016 / 21:08

    Das ist ja interessant! Habe ich noch nie gehört, dass es so was gibt. Sollten wir irgendwann eine junge Katze aufnehmen, dann wäre das echt eine Überlegung. Harrys Zustand ist übrigens stabil. Ich hatte so unglaubliche Angst um ihn…..man ist doch echt doof, wie kann man an Tieren nur so unglaublich hängen…..aber – wer selbst Tiere hat, versteht es. :-)
    Lieben Gruß
    Gisi

    • 5. Oktober 2016 / 21:18

      Liebe Gisi, ich habe das bei FB schon gelesen. Gott sei Dank! Hab so mitgebibbert. Weiterhin gute Besserung für Harry ♥

  13. 10. Oktober 2016 / 11:05

    Hallo liebe Sabine, danke für den neuen LInk zum austauschen! Meine sind 9 und 11 Jahre alt, – das Klickertraining kenne ich auch schon lange, (vom TV – Tiersendungen) habs zwar selbst nie probiert weil sie auch anders mitspielend gehorchen wenn sie es gewöhnt sind mit Aufmerksamkeit gefüttert zu werden, doch bei jungen Katzen die man sich ins Haus holt ist das eine supergute Methode um sie anzulernen. Wissen wir ja beim Menschen aus, je jünger, desto besser lernen sie.
    Vielen Dank für den lehrreichen informativen POst..
    herzlichst Angelface

    • 10. Oktober 2016 / 13:43

      Für Hunde kannte ich das Training schon, für Katzen nicht. Es ist schon sehr spannend, wie gut das funktioniert. Geht natürlich auch ohne.


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