Keine Ahnung, ob ich zu viel verspreche. Ich bin nämlich gerade mächtig begeistert. Wie Du sicherlich weißt, stelle ich leidenschaftlich gern Schmuck her bzw. ich stellte leidenschaftlich gern Schmuck her. Eigentlich stelle ich immer noch leidenschaftlich gern Schmuck her. Durch eine blöde Hautreaktion auf Nickel konnte ich lange Zeit meine geliebten Ketten aus Polaris Perlen nicht mehr tragen. Weil die Verschlüsse aus Metall wohl einen geringen Anteil an Nickel enthalten – obwohl mir diese als nickelfrei verkauft wurden. So schlummerten meine Halsketten in meinem Schmuckkästchen. Bis zu jenem Tag, an dem ich einen Post von Edna Mo las.

Darin schildert Edna Mo eindrucksvoll die Herstellung einer wunderschönen Kette aus Porzellan-Elementen, die sie auf einer feinen Kordel auffädelt und eine Perle als Verschluss nimmt. Am anderen Ende wird die Kordel zu einer Schlaufe gebunden. Fertig ist der Verschluss – ohne Metall.

Wie genial ist das denn? Das war mein erster Gedanke. Es vergingen ein paar Tage bis ich auf die Idee kam, dass ich meine Ketten umarbeiten und mit dieser Technik versehen könnte. Darauf hätte ich viel früher kommen können.

Ich hatte vor einiger Zeit einen DaWanda-Shop, in dem ich versucht habe, meinen Schmuck zu verkaufen und ich muss gestehen, dass es ein schwieriges Unterfangen war. Die Anbieter haben sich gegenseitig unterboten und den Markt dadurch gedrückt. Das ist ähnlich wie bei der Milchwirtschaft momentan.

Auf Kunsthandwerkermärkten hatte ich mich ebenfalls herumgetrieben und dort einen Verkaufsstand. Das war eine gute Erfahrung. Auch hier war der Umsatz eher mau. Denn auch auf den Märkten unterboten sich die Marktbestücker mit den Preisen. Manche beklagten sich, dass sie nicht einmal die Standgebühren eingenommen hatten. Das ist schon bitter.

Daher stelle ich Schmuck nur noch für mich selbst her oder wenn jemand direkt nachfragt und bei mir etwas bestellt. Manchmal verschenke ich etwas zu Geburtstagen oder nur mal so… Wichtig ist mir der Spaß an der Herstellung von Schmuck. Dabei möchte ich Massenproduktion vermeiden. Ist gar nicht so leicht in der heutigen Zeit.

Selten hat mich ein Artikel so beschäftigt wie dieser. Soll ich darüber schreiben, welcher Preis angemessen ist für ein individuell hergestelltes Schmuckstück oder Kunsthandwerk? Ich habe Shopinhaber und Marktbestücker befragt. Die allgemeine Aussage lautete:

Materialkosten x 2. Ist das angemessen?

Aber jetzt zeige ich Dir den Verschluss einer Kette nach dem Umbau. Drei Ketten dieser Art in unterschiedlichen Farben habe ich so bearbeitet. Außerdem ist eine neue in meinem Schmuckkästchen. Ein erster Trage-Test für einen Tag war erfolgreich. Ich hatte keine Hautreaktionen.

Möglicherweise wirst Du in Zukunft wieder Ketten an meinem Hals sehen.

Ich freu mich so. Danke Edna Mo. You made my Day ♥

Sabine-Gimm-Kette02

Sabine-Gimm-Kette04

Das Fadenende der Baumwoll-Kordel habe ich durch das Loch der nächsten gegenüberliegenden Perle gesteckt und die Kordel unter der Perle abgeschnitten. So sieht man es nicht. Das funktioniert aber nur, wenn das Loch der Perle ausreichend groß ist.

Die Muttern aus Edelstahl sind übrigens nickelfrei und machen meiner Haut keine Schwierigkeiten. Man bekommt sie in jedem gut sortierten Baumarkt.

Diesen Post verlinke ich bei Sunny zur Aktion Aus meinem Schmuckkistl Quartal II 2016

Dir gefällt das? Beitrag teilenShare on FacebookShare on Google+Tweet about this on Twitter