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Was schreibe ich über eine Stadt, auf die ich mich monatelang gefreut hatte, wenn ich nicht das vorfand, was ich erwartete? Ich möchte ohne zu viele Emotionen meine Eindrücke schildern über die Stadt Palermo mit den zwei Gesichtern.

Zunächst ein paar Fakten:

Palermo ist die Hauptstadt der Autonomen Region Sizilien und der Provinz Palermo mit einer Fläche von 158,9 km² und ca. 679.000 Einwohnern – Bevölkerungsdichte 4.294 Einw./km². Sie liegt an einer Bucht an der Nordküste Siziliens. Zum Vergleich: Hamburg hat eine Fläche von 755 km² mit ca. 1.760.433 Einwohnern. Das ist eine Bevölkerungsdichte von 2.312 Einwohnern pro km².

Der erste Eindruck nach dem Verlassen des Flughafens: Müll überall am Straßenrand. Sehr viel Müll. Der zweite Eindruck, je näher wir an die Stadt kamen: Sehr viel Verkehr und noch mehr Menschen.

Mit unserem Hotel mitten in der Stadt waren wir sehr zufrieden. Hier gab es nichts zu beanstanden. Das Zimmer war klimatisiert. Lüften konnte man nicht. Nicht, weil es nicht funktionierte, sondern weil die Luft einfach nicht frisch war. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass bei der Menschen- und Verkehrsmenge die Luft knapp wird. Dementsprechend lag eine ständige Dunstglocke über der Stadt. Selbst direkt am Meer war das noch zu spüren.

Dort suchten vor allem am Abend viele Einwohner ein wenig Erholung. Wir sahen eine Menge Jogger und Familien mit Kindern, die sich am Wasser zusammenfanden.

In der Innenstadt gibt es unendlich viele Sehenswürdigkeiten. Viele davon sind wir abgelaufen. Ich weiß nicht mehr, wie viele Kilometer wir dabei zurückgelegten. Die Stadt ist wuselig und laut. Das liegt nicht nur am Temperament der Südländer. Es tummeln sich einfach zu viele Menschen und Fahrzeuge auf einem Haufen. Dabei muss man aufpassen, dass man nicht selbst über den Haufen gefahren wird. Denn Fußgänger haben keine große Lobby. Die Gehwege sind oft eng, wenn es denn welche gibt. Vorrang haben die Fahrzeuge auf den Straßen. Da wird kurz gehupt und weitergefahren. Leider bekamen wir einige Unfälle am Rande mit.

Die vielen kleinen Gassen sind schmal und dunkel, obwohl ich sie nicht als bedrohlich empfand. Hier spielt sich das wahre Leben ab. Gerade in den kleineren Gassen findet ein großer regionaler Handel statt. Vor allem mit Fisch und Gemüse wird gehandelt.

Natürlich schlenderten wir auch durch die Einkaufsmeile. Beim Schuhkauf kam ich mit einer jungen Verkäuferin ins Gespräch. Sie war sehr aufgeschlossen und erzählte mir, dass sie gern einmal ins Ausland reisen würde. Das erlaube ihr Vater aber nicht. Erst dann, wenn sie verheiratet wäre. Außerdem hätte sie nur eine Woche Urlaub im Jahr.

Am meisten beeindruckten uns in Palermo die vielen schönen Kirchen, der botanische Garten der Universität und vor allem die Kapuzinergruft mit den natürlichen Mumien. Fotos sind hier verständlicherweise nicht erlaubt.

Im botanischen Garten kann man sich stundenlang aufhalten und die üppigen Pflanzen bewundern.

Hier sind einige der schönen Seiten der Stadt zu sehen.

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Jetzt kommt die Kehrseite. Palermo ist teilweise derartig vermüllt, dass man fast darin erstickt. Denn sobald man etwas abseits der Hauptstraßen kommt, stapeln sich die Müllberge und es stinkt einfach zum Himmel. Unglaublich, was die Menschen auf die Straßen schmeißen. Selbst am Strand kann man sich nicht aufhalten. Plastikflaschen machen dabei einen Großteil des Mülls aus. Die Menschen, die sich die Mühe machen, diesen Müll ordentlich zu entsorgen und die Gehwege einigermaßen sauber zu halten, bemühen sich vergeblich.

Noch im Jahr 2013 war Palermo ein Paradies für Ratten. Die Insolvenz der Müllabfuhr – organisiert durch die ‘Ndrangheta – stürzte die Stadt Ende April in eine Krise.

Ein Artikel der SZ aus dem Jahr 2014:

“Die italienische ‘Ndrangheta soll einer Studie zufolge im Jahr 2013 einen Umsatz von etwa 53 Milliarden Euro erzielt haben. Damit verbucht die Mafia-Organisation einen höheren Jahresumsatz als Deutsche Bank und McDonald’s zusammen.”

Es hat sich seitdem sicherlich etwas getan.Uns sind jedenfalls keine Ratten über den Weg gelaufen. Es ist einfach traurig, wie die Umwelt behandelt wird. Palermo ist nicht unsere Stadt. Dabei könnte sie so schön sein.

 

 

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