An manchen Labels in den Geschäften kann ich direkt vorbeigehen, obwohl ich die Sachen todschick finde. Wenn ich dennoch schwach werde und ein Teil anprobiere, dann ist der Frust oft groß.

Die Schnitte sind oft nicht figurgerecht, vor allem für Frauen in meinem Alter. Die Rede ist nicht von Frauen mit Kleidergröße 36/38, die sich jedes Teil von der Stange kaufen können. Es geht vielmehr um die deutsche Durchschnittsfrau im mittleren Alter mit Kleidergröße 40/42. Die “Modeoma” von heute.
Was also tun, wenn die Einheitskleidung nicht mehr passt? Ich ertappe mich immer öfters dabei, dass ich in der Abteilung mit den Labels für “ältere Damen” herumschleiche. Aber ich fühle mich nicht wie eine ältere Dame und schon gar nicht alt. Die Sachen würden vielleicht von der Größe und vom Schnitt passen, aber sie sehen teilweise sehr altbacken aus. Auch mit 70 würde ich solche Kleidung nicht tragen. Dabei will ich niemandem auf die Füße treten. Die Geschmäcker sind schließlich verschieden.
Manche Firmen sind bereits dazu übergegangen, moderne und peppige Kleidung für Frauen ab 50 anzubieten, die nicht “trutschig” aussieht. Um solche Geschäfte habe ich früher einen großen Bogen gemacht. Aber die Modeindustrie lernt ja dazu. Es ist nämlich schwierig, für eine nicht genormte Figur die passenden Kleidungsstücke zu finden. Man befindet sich in einer Zwickmühle. Auf der einen Seite passen viele Sachen von der Stange nicht, auf der anderen Seite gehört man (noch) nicht in die Kategorie Plus size.
Selber nähen wäre natürlich die Ideal-Lösung. Das kann nicht jeder. 0815 bekomme ich noch hin. Bei komplizierten Schnitten muss ich allerdings passen. Kleidung muss perfekt sitzen. Hier mache ich keine Kompromisse mehr. Dabei ist mir die Marke egal. Lieber ein gut sitzendes günstiges Teil als schlecht sitzende Designermode.
Eine Diät kommt für mich ebenfalls nicht infrage. Dazu habe ich schlichtweg keine Lust. Ich will schicke Klamotten für den Istzustand.
Hilfreich bei der Kleiderwahl ist es, wenn man seinen Figurtyp kennt. Stephanie Grupe alias Die Modeflüsterin hat HIER einen Artikel dazu geschrieben, wie man seinen persönlichen Figurtyp ermitteln kann. Wenn man außerdem noch weiß, Problemzonen zu kaschieren und die Schokoladenseite zu betonen, dann ist man auch mit 80 noch keine “Modeoma”.
Mit meinem heutigen Artikel möchte ich nicht nur zur “Rettung der Lachfalte” bei Traude Rostrose beitragen, sondern auch die Modeindustrie dazu ermutigen, etwas für die Rettung meiner Lachfalten und die vieler anderer Frauen zu tun. Macht weiter so. Ihr seid auf einem guten Weg. Da geht noch was.

 

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