Mir erging es ähnlich wie Bärbel, als ich den Titel des Buches von Rebecca Niazi-Shahabi las: “Ich bleib so scheiße wie ich bin”.

Der Titel ist ziemlich provokativ und man denkt in diesem Zusammenhang nicht gerade an einen Ratgeber. In Wirklichkeit ist das Buch ein Antiratgeber.

“Lockerlassen und mehr vom Leben haben.” Das ist der Grundtenor dieses Buches. Wir sollen aufhören, uns ständig selbst zu verbessern, Traumjobs nachzujagen, die nicht erreichbar sind, uns mit unsinnigen Diäten herumzuplagen und dem eigenen Erfolg mit allen Mitteln hinterherzujagen.

Zugegeben: Ich habe schon einige “Ratgeber” gelesen, beispielsweise wie man Mitarbeiter motiviert, dass die Arbeit wieder Spaß macht oder was ich dafür tun muss, meinen Traum zu leben. Aber Hand aufs Herz: Habe ich jemals auch nur einen dieser Ratgeber ersthaft befolgt?

Die Antwort lautet nein. Da fragt man sich natürlich, warum das so ist. Will ich etwas erreichen, um Anderen zu gefallen und Anerkennung zu bekommen, oder verfolge ich ein Ziel, weil ich von Herzen davon überzeugt bin und gar nicht anders kann? Wenn ich mich für Andere verbiege, bin ich nämlich von vorn herein zum Scheitern verurteilt. Ich quäle mich mit wirkungslosen Diäten oder versuche meinen Traum zu leben, bis der Traum wie eine Seifenblase zerplatzt.

Dazu muss ich erst einmal wissen, was ich eigentlich für mich persönlich erreichen will. Wer oder was ist mir wichtig? Wenn alle Menschen ihren Traum leben könnten und würden, dann gäbe es keine Träume mehr.

Das heißt natürlich nicht, dass man den Kopf in den Sand stecken soll. Viele Dinge regeln sich von allein und ohne viel Zutun. Es muss im Kopf “klick” machen!

Ich muss mich auch nicht bei meinem Chef oder meiner Chefin “einschleimen” und ungerechtfertigte Kritiken hinnehmen, nur damit ich die Karriereleiter schneller hinaufklettern kann. Das wird trotz der ganzen Schleimerei nämlich nicht passieren, und wenn doch: um welchen Preis?

Fazit:

Manche Aussagen von Rebecca Niazi-Shahabi sind sicherlich etwas übertrieben. Der Grundgedanke jedoch klingt logisch: “Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm nur so selten dazu…”

Ich persönlich habe keine Lust, mich in eine Schublade packen zu lassen. Außerdem bin ich aus dem Alter heraus. Es ist tatsächlich so: Mit ü 50 sieht man viele Dinge in einem anderen Licht als mit 20. Ich glaube nicht, dass ich mir noch weitere “schlaue” Bücher kaufen werde. Es macht mehr Sinn, dem Instinkt zu folgen und manchmal auch ein Risiko des Misserfolges einzugehen. Ich möchte nämlich so bleiben wie ich bin mit allen Ecken und Kanten.

Nobody is perfect.

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