Tipps für das Zusammenleben mit erwachsenen Kindern – nicht ganz ernst zu nehmen

Früher war alles anders. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Jugendliche vor 30 Jahren schneller flügge wurden. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich nach meiner Ausbildung zügig von Zuhause ausgezogen bin – mit meinem damaligen Freund, meinem jetzigen Ehemann, in die erste eigene Wohnung. Wir hatten nicht viel Geld, die Mieten waren einigermaßen bezahlbar, die Ansprüche gering.
 
Heute bleiben selbst erwachsene Kinder wesentlich länger bei ihren Eltern wohnen. Eine Ausbildung ist in der Regel nicht mehr ausreichend. Oft wird auf dem zweiten Bildungsweg ein Bachelor-Studium drangehängt, evtl. noch das Master. Das kostet.
Mit Glück findet die Ausbildung vor Ort statt. Aus Kindern werden Erwachsene. Erwachsene haben allerdings ganz andere Ansprüche als Kinder. So bildet sich im Laufe der Zeit eine Eltern-Kind-WG. Das passiert natürlich nicht von heute auf morgen. Dieser Prozess geht schleichend vonstatten.
Mein Ältester ist 26 und bereits ausgezogen. Der Jüngste ist 24, bereitet sich gerade auf einen weiteren Schulabschluss vor, den er nebenberuflich in einer Abendschule absolviert. Er wohnt noch zu Hause.
Für ein harmonisches Miteinander habe ich ein paar Tipps, die nicht ganz ernst zu nehmen und mit einem zwinkernden Auge zu betrachten sind :-)
  • Stelle deinem Kind ein ausreichend großes Zimmer zur Verfügung. Am besten eine komplette Etage in deinem Haus.

 

  • Sollte es einmal lauter werden, benutze einen Gehörschutz. Das schont nicht nur die Ohren, sondern auch die Nerven.

 

  • Räume deinem Kind genügend Platz in deinem Kühlschrank ein! In deinem Alter musst du nicht mehr so viel essen, also brauchst du nur noch ein Fach im Kühlschrank, maximal zwei.
  • Bitte nicht drängeln. Melde dich rechtzeitig an, wenn du ins Bad willst.

 

  • Habe immer ausreichend Haarspray im Bad. Kosmetikartikel und Parfum solltest du nicht verstecken. Es wird sowieso gefunden.
  • Für die Küche gilt dasselbe! Achte darauf, dass du genügend Töpfe und Geschirr im Schrank hast. Kochzeiten bitte anmelden. Immerhin kocht das Kind sein Süppchen selbst (dafür ja der Platz im Kühlschrank).

 

  • Wenn du deine Wäsche waschen willst, melde deine Waschzeiten ebenfalls vorher an. Außerdem solltest du den Waschmittelvorrat stets auffüllen. Am besten, du machst die Wäsche für das Kind gleich mit. Bügeln nicht vergessen!

 

Damit wir uns richtig verstehen: Ich liebe meine Kinder, und ich bin froh, dass ich jedenfalls noch ein Kind zuhause habe. Die Zeit geht so schnell vorbei. Schwupps sind sie flügge und kommen nur noch zu Besuch.
Trotzdem finde ich den Wunsch legitim, nach all den Jahren des Kümmerns und der Erziehung wieder ein Reich für mich und meinen Mann allein zu beanspruchen. Mein Sohn sieht das übrigens genauso. Es braucht halt alles seine Zeit.

 

 

13 Kommentare

  1. 20. Januar 2015 / 22:40

    Ja, eine komplette Etage hatten meine Kinder, ein eigenes Bad und Küche ebenso.
    Der Sohn zog früh aus….was gut war, denn er war ein Schlamper, was er heute ganz und gar nicht mehr ist. Tochter zog während des Studiums nach Lüneburg, dann für kurze Zeit wieder nach hause und etwas später in eine andere Gegend. Nach dem Examen zum Freund und jetzt sind sie schon lange aus dem Haus und verheiratet, haben selbst ihre Kinder…..und ich meine Ruhe *gg*.
    War aber alles nicht so schlimm.

    Grüßle ♥ Mathilda

    • 21. Januar 2015 / 20:57

      Die komplette Etage haben wir nicht und auch nur ein Bad. Wenn die Hütte richtig voll ist, kann es schon mal eng werden.

  2. Tja, da sagst Du was! Das kennen wir nur zu gut. ;-.) Unser Ältester ist 30 und studiert noch – in den letzten Zügen sozusagen, arbeitet aber schon. Einer ist fertig und sucht nun einen Job … alles nicht so einfach … der andere braucht noch ein paar Semester …
    Meine können auch selbst kochen, wobei man sich schon mal ins Gehege kommen kann. ;-)

    Vielleicht mal ein kleiner Buchtipp – da gibts durchaus was zu lachen …

    Weil's bei Mama so bequem ist
    Wie man Nesthocker los wird, bevor es zu spät ist
    Karin Meinert
    HERDER SPEKTRUM
    ISBN 3-451-04600-8

    Und mir gehts wie Dir, aber es ist wirklich so, ein paar gute Jahre für uns brauchen wir Eltern schließlich auch noch, wenn man bedenkt, daß der Mensch vielleicht 80 wird, wieviel Zeit da noch bleibt … ;-) bei aller Liebe …
    Meine Kinder sehen das aber auch so … zum Glück ist der Eine aber schon komplett selbständig, lebt mit Freundin in eig. Wohnung studiert u. arbeitet … der Zweite wird es hoffentlich bald … aber das mit Großeltern können sich viel von uns wohl abschminken … die Kinder bekommen spät ihre Kinder … aber was rede ich … wir wollten doch jetzt – erst einmal – unser EIGENES Leben geniessen ;-) ;-) :-)

    Liebe Grüße
    Sara

    • 21. Januar 2015 / 20:58

      Für lustige Bücher bin ich immer zu haben. Danke für den Tipp.

  3. 21. Januar 2015 / 7:56

    Ich bin im Monat nach den Abi ausgezogen und weiß bis heute genau warum :)
    Übrigens nicht auf Kosten meiner Eltern …
    LG
    Ines

    • 21. Januar 2015 / 20:59

      Ich bin auch schon früh ausgezogen. Mädchen sind anscheinend etwas flotter ♥

  4. Swan Hiltja
    21. Januar 2015 / 18:49

    Ich war achtzehn und sofort weg von daheim. In eine ungewisse Zukunft nach Berlin. Mein eigenes Kind hat länger gedauert, flügge zu werden.Da musste ein wenig nachgeholfen werden.
    Witzich, deine Tipps – gröhl.

    LG Swan

    • 21. Januar 2015 / 20:59

      Wir nehmen es mit Humor, liebe Swan ♥

  5. 21. Januar 2015 / 19:52

    Liebe Sabine, das kommt mir nicht ganz unbekannt vor, was Du da schreibst :) Ich habe auch das Gefühl, dass wir früher flügge wurden und wenn ich das zu unseren Kindern sage, bekomme ich zur Antwort: "Ja, früher war das halt anders." Okay?

    Zum Glück klingt das ganz so, als wenn Ihr ein gutes Arrangement miteinander gefunden habt!

    Liebe Grüße, Rena

    http://www.dressedwithsoul.com

    • 21. Januar 2015 / 21:02

      Liebe Rena, das stimmt, und das klappt auch bei uns.

  6. Haha, das kann ich nur unterschreiben. Und dabei hast du zwei Söhne! Was meine zwei Mädels im Bad so treiben (mit MEINER Kosmetik) und zu welchen Uhrzeiten, das willst du gar nicht wissen :-) Erst letzten Samstag hatten wir eine Diskussion, weil wir alle etwas später gefrühstückt hatten (es waren mal wieder alle da samt Freund) und wir saßen gemütlich im Pyjama und Bademantel um den Frühstückstückstisch. Da höre ich das Badewasser laufen. Wollte meine Große gemütliche Wellness-Session machen und wir waren alle noch nicht im Bad (unter anderthalb Stunden kommt sie da nicht mehr raus). Also bin ich schnell hochgeflitzt, um ihr zu erklären, dass unten vier unangezogene Personen sitzen, die auch noch was vorhatten und wenigstens kurz in Bad müssen. Und dass es klüger wäre, ausgedehnte Beauty Sessions nicht Samstag vormittags um zehn einzulegen, wenn das Haus voll ist. Kommentar meiner Tochter : "Aaaaber das Wasser läuft doch schon….". Ja, das sind die kleinen Freuden, die wir wohl alle haben werden, bis wir hundert sind….
    LG Eva

  7. ClauDia OverMann
    23. Januar 2015 / 5:40

    In der Tierwelt ist es schon richtig, finde ich: Die Grundbegriffe des Lebens werden vermittelt und dann aber flott, flott, raus aus dem Nest, LG ClauDia.

  8. JJK Kreativ
    23. Januar 2015 / 6:52

    Oh ich bin in der Entspannungsphase. Nachdem anfang letztes Jahr die Welten und Zeiten aufeinanderprallten mit allen Schikanen, ist jetzt Ruhe eingekehrt. Tja, Bürojob mit 4 Uhr Weckerklingeln und Schichtdienst vom Mann vertragen sich nicht mit Gastronomie des Sohnes…. aber nach dem Sommerjob an der Ostsee und dem Winterjob in Österreich wird er nicht mehr zu Hause einziehen – alle sind begeistert über die Fügung des Schicksals.
    Manchmal kann ich das spontante Glück noch garnicht fassen. Aber es ist gut so.
    Liebe Grüße und Kopf hoch, Du schaffst das. Jacky


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