Für mich stellte sich schon länger die Frage, ob ich meinen Blog bei Blogger weiter betreiben möchte, oder ob ich zu dem großen WordPress wechsele mit einem selbst gehosteten Blog. Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Aber ich hatte “Schiss” davor, denn ich ahnte, dass es mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Für mich war es dann auch so. Ich hatte bereits eine eigene Domain und diese auf meinen Blogspot-Blog umgeleitet.  Dennoch war eines Tages der Zeitpunkt gekommen. Der Blog sollte endgültig zu WordPress umziehen.

Viele Wege führen nach Rom

Wie es im Leben so ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, von Blogger zu WordPress zu wechseln. Warum habe ich das eigentlich gemacht?

Blogger ist keine schlechte Lösung für Blog-Einsteiger oder für alle, die sich nicht intensiv mit Design und Möglichkeiten für einen individuellen Blog beschäftigen wollen. Irgendwann kommt man hier aber an seine Grenzen. Außerdem wollte ich mein eigener Herr sein. Jetzt kann ich bei Problemen direkt mit dem Support in Kontakt treten, was ich für den Umzug bereits intensiv genutzt habe. Ich werde euch unterschiedliche Wege für einen Umzug zu WordPress aufführen, wobei ich hauptsächlich das Webhosting beschreibe. Es gibt auch Bloghostings. Das ist erstens teurer, und zweitens sind auch hier die Selbstgestaltungsmöglichkeiten meistens eingeschränkt, was ich ja nicht will.

Welche Voraussetzungen sind erforderlich?

Man benötigt eine eigene Domain, die Software von WordPress.org – am besten in der Deutschen Version (als Zip-Datei), einen Webserver (Datenbank) und einen Fileserver, mit dem man sich auf den Datenbank-Server verbindet. Als Fileserver bietet sich Filezilla an. Damit könnt ihr anschließend die Daten auf dem Webserver ansehen und bearbeiten.

Mein Tutorial beschränkt sich auf zwei Möglichkeiten des Umzugs mit einem Webhosting.

  • ohne vorhandene Domain
  • mit vorhandener Domain

Ohne vorhandene Domain

Ein Blogumzug ohne vorhandene Domain ist am einfachsten.  Am besten sucht man sich einen Anbieter für ein Webhosting inklusive Domain. Die Wunschdomain wird vorher gecheckt und sofort angezeigt, ob diese noch verfügbar ist. Das Webhosting ist auch ohne Domain buchbar, so dass man sich später in aller Ruhe einen Namen aussuchen kann. Wenn der Name steht und die Domain gesichert ist, kann der Umzug schon losgehen. Viele Hoster bieten für die Installation von WordPress das 1-klick-System an. Hier wird man in der Administration auf dem Hostserver komplett durch die Installation geleitet. Ansonsten wird WordPress zunächst als Download auf dem Rechner gespeichert und anschließend auf den Server hochgeladen.

Mit vorhandener Domain

Die vorhandene Domain  wurde bereits bei Blogger durch eine Weiterleitung eingerichtet.

Hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten:

  • Domain und Webhosting bei dem selben Anbieter
  • Domain und Webhosting bei unterschiedlichen Anbietern

Domain und Webhosting bei dem selben Anbieter

In diesem Fall muss zur vorhandenen Domain das Webhosting dazu gebucht werden.

Domain und Webhosting bei unterschiedlichen Anbietern

In diesem Fall wird die vorhandene Domain als externe Domain bei dem Webhoster hinzugefügt – die Domain quasi umgeleitet. In den DNS-Einstellungen des Domainhosters muss die IP-Adresse für die Umleitung geändert werden. Diese bekommt man vom neuen Hostanbieter mitgeteilt.

Bei der Aktion  ist es sinnvoll, WordPress zunächst mit einer Subdomain zu installieren. Bevor der Blog importiert wird, würde ich auf jeden Fall die richtige Domain für WordPress festlegen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Domain komplett umzuziehen, so dass man nur noch einen Anbieter hat. Nach dem Domainumzug kann WordPress direkt mit der richtigen Domain installiert werden. Das erspart einem hinterher komplizierte Änderungen.

Die Umleitung bei Blogger muss vorher gelöscht werden. Außerdem die CNAME-Einträge in den DNS-Einstellungen der Domain.

Meine Domain liegt bei Host Europe, der Webhoster ist WebGo. Ohne den hervorragenden Support beider Anbieter hätte ich den Umzug nicht hinbekommen. Das mal kurz am Rande erwähnt. Ich habe mich bei dem Webhosting für WebGo entschieden, weil es hier gerade ein Top-Angebot gab. Mit dem Service bin ich sehr zufrieden.

Mit dieser Situation wurde ich “konfrontiert”. Wenn ich geahnt hätte, dass es doch etwas komplizierter wird als gedacht, dann wäre ich schon vor einem Jahr zu WordPress gewechselt, als ich die Domain erwarb.

Login bei WordPress

Wenn alle Installationen und Einstellungen erledigt sind, kann der Login bei WordPress erfolgen.

Hier musste ich erst einmal suchen und mich informieren. Der Standardbenutzer ist admin plus Passwort, das bei der Registrierung vergeben wurde. Die Anmeldung erfolgt mit der URL, die in WordPress hinterlegt wurde, wie folgt: deinedomain.xyz/wp-admin. Danach kommt man auf folgende Oberfläche:

admin-anmeldung

 

Ich habe den Fehler gemacht und meinen Blog mit dem admin importiert. Böser Fehler! Zunächst sollte ein neuer Benutzer als Administrator angelegt werden. Den Benutzer “admin” kann man anschließend entweder löschen, oder diesem die Berechtigung “keine” vergeben. Danach ausloggen, mit dem neuen Benutzernamen und dem selbst vergebenen Passwort erneut anmelden.

Benutzer

 

Blog einrichten und importieren

Jetzt geht es an die Gestaltung. Der Blog wird eingerichtet. Ein Layout (Theme) kann ausgewählt oder gekauft werden. Oder man lässt die Oberfläche wie sie ist und gestaltet den Blog selbst. Ich habe ein Theme gekauft und die Datei hochgeladen.

Coming Soon Seite

Während der Umbauphase empfiehlt es sich, eine Coming Soon Seite einzurichten und auf die Umbauarbeiten des Blogs hinzuweisen. Dafür gibt es entsprechende Plugins. Dieses Wort sollte man sich merken. Man benötigt Plugins für die unterschiedlichsten Funktionen. Einige Nützliche werden am Ende des Beitrags noch aufgeführt.

301 Redirects

Diese Funktion habe ich leider erst nach dem Blogimport richtig verstanden (und eingerichtet – wahrscheinlich zu spät). Hierbei handelt es sich um eine 301 Weiterleitung von definierten Links (beispielsweise Seiten), wenn sich der Domainname einer Webseite geändert hat.  Nähere Informationen dazu findet ihr beispielsweise HIER. Auch dafür gibt es entsprechende Plugins.

Blog importieren

Hier gibt es im Dashboard die Funktion “Daten importieren”. Die Auswahl erfolgt bei “Blogger”. Dafür benötigt man einen Blogger Importer. Mit dem Plugin Blogger Importer Extended habe ich gute Erfahrungen gemacht. Dieser Importer importiert Posts, Kommentare und Seiten. Der Import dauert eine Weile.

Und dann ist es geschafft.

Daten importieren

Nacharbeiten

Okay, nicht ganz. Denn jetzt geht es ans Aufräumen und Aufhübschen. Ich habe jeden Post bearbeitet und entsprechend formatiert. Die Verlinkungen müssen angepasst werden (Permalinks). Außerdem funktionieren eingebaute Codes wie Inlinkz oder Affiliate Links nicht mehr. Für die Aufräumarbeiten habe ich mindestens 2 Tage gebraucht.

Permalinks

 

Hilfreich zum Erkennen von “kaputten” Links ist ein Linkchecker. Den möchte ich nicht missen, denn er erkennt Links, die nicht mehr funktionieren. Kaputte Links können so bearbeitet oder entfernt werden.

Den alten Blog nicht löschen

Ich habe den alten Blog nicht gelöscht, sondern nur die Posts (bis auf einen) und Kommentare. In dem Blog habe ich eine Umleitung eingerichtet, die auf den neuen Blog führt.  Der Code wird in der HTML-Vorlage direkt über den <head> Tag eingefügt. Der blaue Teil wird durch die neue Blog-URL ersetzt. Gefunden habe ich ihn bei Sandra im Blog Girls Guide to Blogging.

<meta content=’0;url=http://www.deinedomain.xyz‘ http-equiv=’refresh’/>

Was muss noch gemacht werden?

  • Feeds einlesen
  • Die Seite bei Google Webmaster Tools hinzufügen (XML Sitemaps)
  • Spaß haben und bloggen

 

Checklisten

Variante 1 – Domain ist noch nicht vorhanden

Domain sichern und kaufen

(kann bei dem Hoster sein, bei dem der Webserver gebucht wird. Dies erfolgt bei der Registrierung meistens in einem Schritt)

Hostanbieter (Webhosting ) 1-Klick-Anwendung buchen (mit Angabe der gewünschten Domain)

FTP Programm auf dem PC installieren (Filezilla)

Verbindung mit dem Hostserver herstellen

WordPress mit der Domain auf dem Server des Webhosters installieren

Bei WordPress anmelden

Einen neuen Benutzer als Administrator einrichten

Den Benutzer (Admin)  entweder löschen oder ihm die Rechte “keine” geben

Ein Template installieren (Responsive)

Den Blogger-Blog importieren

Feeds aktualisieren

Domain bei Google Webmaster registrieren

 

 

Variante 2 – Domain ist bereits vorhanden

Hostanbieter (Webhosting ) 1-Klick-Anwendung buchen (entweder direkt beim Domainhoster oder bei einem anderen Webhoster)

Die Domain des anderen Anbieters entweder umziehen oder als externe Domain beim neuen Anbieter hinzufügen (Dieser Schritt ist nicht notwendig, wenn Domain und Webhosting bei dem selben Anbieter gebucht sind).

FTP Programm auf dem PC installieren (Filezilla)

Verbindung mit dem Hostserver herstellen

WordPress mit der Subdomain auf dem Server des Webhosters installieren

Bei WordPress anmelden

Einen neuen Benutzer als Administrator einrichten

Den Benutzer (Admin)  entweder löschen oder ihm die Rechte “keine” geben

Ein Template installieren (Responsive)

Die Umleitung bei Blogger löschen

Domainumleitung (Blogger) bei Hostanbieter auf dem Flatbooster löschen (CNAME-Einträge)

Beim Domainanbieter die vom Webhoster ausgewiesene IP-Adresse zur Weiterleitung eingeben (entfällt bei Domainumzug)

WordPress auf die richtige Domain umschreiben

Den Blogger-Blog importieren

Feeds aktualisieren

Domain bei Google Webmaster registrieren

 

Tipp: Bis zur endgültigen Veröffentlichung den neuen Blog offline setzen

 

Nützliche Plugins

Blogger Importer Extended

Coming Soon

Backup (Updraft ) (nur dann, wenn beim Hostanbieter kein Backup möglich ist)

Seo (wpSEO)  (wenn nicht im Template vorhanden)

Antispam (Bee)

Jetpack von WordPress.com

Analytic (Statistik) Plugin für WP (WordPress.com Stats / Statify

Linkcleaner (wp-cleanumlauts2 oder Broken Linkchecker)

FD Feedburner

Kontaktformular

Google XML Sitemaps

Social Media (Share und Follow)

Eggplant 301 Redirects

Subscribe to comments reloaded (wenn nicht im Template vorhanden)

WP-Benutzer-Avatar

NextScripts: Social Networks Auto-Poster

Newsletter

Akismet und Hello Dolly löschen

 

Hilfreiche Links

http://www.sistrix.de/frag-sistrix/onpage-optimierung/http-statuscode/3xx-redirection/was-ist-eine-301-weiterleitung/

https://support.google.com/webmasters/answer/34592?hl=de

http://coralandmauve.at/umzug-von-blogger-zu-wordpress-tutorial-tipps/

http://whoismocca.com/lifestyle/blogging-tipps-tricks-von-blogspot-zu-wordpress/

http://blogkurs.de/2015/02/umzug-von-blogger-zu-wordpress/

http://praxistipps.chip.de/blogger-zu-wordpress-umziehen-so-klappts_30911

https://www.checkdomain.de/blog/allgemein/wordpress-auf-die-domain-umziehen/

http://feedburner.google.com/fb/a/myfeeds

Video (Anleitung zur Installation von WordPress)

 

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