Als Kind freute ich mich wahnsinnig auf die Sommerferien. Endlich konnte ich mit meinen Freunden nach Herzenslust draußen spielen, schwimmen und auf Bäume klettern. Wir haben Frösche gefangen und Marienkäfer als Haustiere in einem mit Erde und Moos gefüllten Weckglas gehalten – natürlich mit Löchern im Deckel, damit die Krabbeltiere Luft bekamen.

Es machte riesigen Spaß die Meerschweinchen ins hohe Gras zu setzen und ihnen beim Futtern zuzuschauen. Die kleinen Nager hatten einen Käfig im Garten. Der wurde umgesetzt, wenn das Gras abgefressen war.

Vor allem durften wir noch Kinder sein. Es gab keinen Terminstress am Nachmittag. Alle trafen sich nach den Schularbeiten draußen. Telefonieren durfte man nur im Notfall. Daher musste man sich auch nicht großartig verabreden.

Zugegeben, meine Kindheit in den 60 er Jahren war nicht immer leicht. Es war eine andere Zeit, in der Zucht und Ordnung herrschten. Manche Eltern waren sehr streng, andere schon recht locker. Ein Umbruch.

Zu der Zeit konnte man sich fast immer darauf verlassen, dass der Sommer die schönste Zeit des Jahres wird. Die Freibäder und Strände waren auch damals schon voll. Ich kann mich noch gut an die vielen Sandburgen erinnern. Man steckte am Strand sein Revier ab und baute einfach eine Burg um den Liegeplatz, die mit Steinen und Muscheln verziert wurde.

Wir hatten ein kleines Haus mit einem großen Garten. Dort stand im Sommer ein Zelt für 4 Personen. Manchmal durften wir mit einer Freundin darin übernachten. Man war das unheimlich, aber sehr aufregend und spannend.

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Das ist das erste und das letzte Mal, dass Du mich im Bikini siehst. Ich meine, hier mache ich eine gute Figur. Ist ja auch schon ein bisschen her… Schon damals trug ich immer eine Uhr. Das hat sich bis heute nicht geändert.

In meiner Jugendzeit chillte ich im Sommer gern mit Freunden in Schleswig auf dem Thingplatz, den wir liebevoll Thinky nannten. Dabei handelt es sich eigentlich um den Jahnplatz der Lornsenschule. Hier saß man beisammen mit der ersten Pulle Sekt und war schneller dun (betrunken) als man dachte.

Anschließend ging es etwas beschwipst in den Schreibmaschinenunterricht (was gibt man den Schülern zwischendurch auch eine längere Pause, da kommt man schon mal auf dumme Gedanken tse tse…). Sowas geht natürlich nur im Sommer. Wer setzt sich im Winter auf den gefrorenen Boden eines Sportplatzes?

Laue Sommernächte wurden gern dafür genutzt, um mit Freunden im Park oder vor der Disco stundenlang zu quatschen und zu philosophieren. In den 70 ern war das modern. Manchmal wurde man blöd von der Seite angequatscht. Frei nach dem Motto: “He Du, wenn ich nerv, dann sag Bescheid”. Ich habe mich meistens nicht getraut, “Bescheid” zu sagen. Ja, ich war eben schüchtern in meiner Jugendzeit.

Mit meiner Freundin war ich im Sommer einige Wochen allein auf dem Campingplatz. Das war eine schöne Zeit mit Gitarre am Lagerfeuer.

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Den Hit “Little Lady” hatte ich selbst komponiert. Frag mich heute nicht mehr danach. Hab es glatt vergessen. Wir trugen früher gern Schlagjeans, Holzclogs und Shirt bzw. Ringelpulli.

Als ich verheiratet war und kleine Kinder hatte, mochten wir den Sommer ebenfalls am liebsten. Unsere Kinder haben mit Hingabe am Strand im Sand gebuddelt. Wenn sie auch noch so quakig waren. Kam Wasser ins Spiel, waren sie zufrieden. Meine Schwiegereltern bauten ihnen im Sommer ein Planschbecken auf. Zu der Zeit lebten wir noch in einer Etagenwohnung.

Im Sommer mag ich besonders die Rosen. Das sind einfach ganz bezaubernde Blumen.

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Hier siehst Du mich im Garten meines Elternhauses. Meine Mutti liebte Rosen. Ich liebe sie auch.

Mittlerweile kann man sich nicht mehr darauf verlassen, dass es im Sommer tatsächlich immer warm wird und schön ist. Es herrschen oft subtropische Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit, weil es viel regnet und die Unwetter zunehmen. Oder es ist so lausig kalt, dass man die Wintersachen wieder ausgraben muss. Dennoch mag ich den Sommer immer noch sehr gern. Genieße jeden Tag und lasse es Dir gut gehen.

Möchtest Du noch mehr davon? Dann schau bei den lieben ü30 Bloggerinnen vorbei. Denn in dieser Woche gibt es jede Menge Sommer – in allen Variationen.

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