Neulich sah ich mir eine Folge von “Curvy Supermodel 2018” an. Über die Sendung und das Format will ich mich hier nicht auslassen. Mal abgesehen davon, dass in der Jury nur eine einzige Person sitzt, die man als curvy oder wohlproportioniert bezeichnen könnte. Es geht mir heute um ein ganz anderes Thema. Die bedingungslose Selbstliebe. Gibt es die wirklich?

“Wenn Du Deinen Körper nicht bedingungslos liebst, strahlst Du das nicht nach außen.”

Diesen Satz bekamen die Kandidatinnen immer wieder zu hören. Präsentiere Dich stolz. Stehe zu Dir und Deinen Proportionen. Nun, die Mädels der Staffel von Curvy Supermodel sind jung und trotz ihrer nicht genormten Maße knackig. Doch was ist schon die Norm? Die deutsche Frau trägt durchschnittlich Größe 40/42. Unabhängig vom Alter und Gewicht hat jede Frau ihre Schwachstellen, die sie an sich nicht mag. Ich finde das völlig normal.

Nobody is perfect

Wehe dem, der offen zugibt, dass er seinen Anblick im Spiegel manchmal “scheiße” findet. Das böse Wort schreibe ich ganz bewusst und nur aus Höflichkeit in Anführungszeichen. Dieser Mensch wird sofort als depressiv abgestempelt. Denn heute hast Du Dich einfach schön zu finden. Und jammern darfst Du schon mal gar nicht. Bereits im März hatte ich darüber berichtet, dass ich mich jetzt attraktiver finde als vor 20 Jahren. Daran hat sich nichts geändert. Es gibt Stellen an meinem Körper, die gefielen mir schon vor 20 Jahren nicht. Ich habe aber gelernt, das zu akzeptieren. Ich finde mich schön. Nur nicht immer – jeden Tag, jede Sekunde. Nobody is perfect.

Ich weiß heute, wie ich mich gut verpacke und vorteilhaft in Szene setze. Ines Meyrose nennt das Reframing (Social-Network-Link).

Oder wie Susi in einer Columne schreibt: Hab’ Dich gefälligst lieb! (Social-Network-Link).

Mir gefallen zum Beispiel meine dicken Knie nicht. Daher trage ich ungern Hosen und Röcke, die die Knie frei lassen – jedenfalls nicht im Büro. In meiner Freizeit und im Homeoffice sehe ich das Ganze etwas entspannter. Mit den Beinen bin ich nunmal geboren. Das breite Becken brachte mir in meiner Jugendzeit den Nachteil, dass ich nie in enge Jeans passte, weil der Bund nicht über die Hüften kam. Dabei trug ich damals Kleidergröße 34/36. Heute liebe ich meine breiten Hüften. Die Hosen sind anders geschnitten als damals. Außerdem habe ich immer noch eine Taille, die ich betonen kann.

Ach ja, Flamingos auf der Brust liebe ich auch, weil Claudia (Social-Network-Link) in ihrer Schaufenster-Aktion danach fragte.