Bearbeitest Du Deine Bilder, bevor sie hochgeladen werden? Gerade Fashion Fotos werden oft retuschiert bis der Arzt kommt. Was ist akzeptabel, und was ist zuviel des Guten?

Fotos machen, hochladen und ab dafür

Man es kann sich leicht machen, aber so einfach geht das nicht immer. Wer ein Google Konto hat und die Bilder bei Google + hoch lädt hat in der Regel ausreichend Speicher zur Verfügung. Blogger, die den Blog bei WordPress auf einem eigenen Server oder bei einem Anbieter hosten haben oft nur ein begrenztes Datenvolumen. Außerdem mag WordPress keine großen Bilddateien. Das macht sich durch elend lange Ladezeiten bemerkbar.

Es hilft also nichts, die Bilder müssen bearbeitet werden.

Welches Programm benutzt Du für die Bildbearbeitung?

Seit einigen Jahren bearbeite ich meine Fotos mit Photoshop Elements. Das ist die abgespeckte Version von dem großen Photoshop. Die allerwichtigste Funktion ist die Komprimierung der Bilder. Die Dateigrößen sind normalerweise sehr hoch. Wenn man die Bilder verkleinert, werden sie oft unscharf. Mit Photoshop Elements lassen sich die Bilder skalieren und glätten, wenn sie kleiner gemacht werden.

Hierfür erstelle ich eine neue Datei und ziehe das zu bearbeitende Bild dort hinein.

Die Bildgröße und das Format

Normalerweise haben Fotos eine Dateigröße von ca. 4 MB, wenn sie mit einer Digitalen Spiegelreflexkamera aufgenommen wurden – je nachdem wie die Größe bei der Kamera voreingestellt ist. Bei den Kompaktkameras ist es ähnlich. Dateien von Handyfotos sind in der Regel etwas kleiner.

Ich mag es, wenn es “ordentlich” in meinem Blog aussieht. Daher benutze ich für meine Blogbilder zumindest in der Breite immer das selbe Format.

Beispiel

Vorschaubild = 16000 x 12000 Pixel

Fotos im Text -> Querformat = 680 x 510 Pixel -> Hochformat = 680 x 900 Pixel

Die neu erstellten Dateien werden auf diese Weise so stark komprimiert, dass sie nur noch eine Größe von etwa 50 bis 120 KB haben, ohne dass sie verpixelt sind. Für den Blog ist das völlig ausreichend.

Filter, Werkzeuge und Weichzeichner

Manchmal sind Fotos trotz ausreichender Beleuchtung zu dunkel oder es liegt ein Gegenstand auf dem Fußboden, der wegretuschiert werden muss. Rote Augen finde ich ebenfalls unschön. Um das auszugleichen gibt es Werkzeuge und Filter. Die Auswahl dafür ist reine Geschmackssache.

Ich persönlich passe Helligkeit und Kontrast an und retuschiere störende Elemente. Weichzeichner benutze ich nur selten.

Das Original

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Hier sieht man ganz deutlich die Lampe an dem oberen rechten Bildrand.

Diese Illustration zeigt, wie das Originalbild in die neue Datei eingefügt wird, nämlich per Drag & Drop.

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Anschließend ziehe ich das Bild in der Datei so lange  bis die störende Lampe nicht mehr zu sehen ist (in Pfeilrichtung). Das funktioniert übrigens an jeder Ecke. Am Ende ist kein Rand mehr von der neuen Datei zu sehen. Das Foto bekommt sozusagen einen neuen nicht sichtbaren Rahmen. In diesem Rahmen kann das Bild mit gehaltener Maustaste verschoben werden bis die gewünschte Position erreicht ist.

Zuletzt wird das neue Bild gespeichert. Ich verwende hierfür eine mittlere Größe.

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Das Bild ist unscharf, weil es ein Screenshot vom PC ist. Auf dem Bildschirm sieht es aus wie das Original-Foto oben.

Das Endergebnis

Nach der Bearbeitung ist die störende Lampe verschwunden.

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Zum Vergleich ein Foto, welches mit dem Handy aufgenommen wurde. Hier sieht man ganz deutlich den Farbunterschied. Die Lippen sind blass, das Bild ist verpixelt. Schade an sich. Denn Selfies mit dem Handy oder dem Tablet mag ich eigentlich total gern. Der Vorteil daran ist, dass man sich selbst wie in einem Spiegel sieht. Die Fotos sind meistens viel lustiger und unverkrampft. Außerdem brauche ich dafür keinen Fernauslöser in der Hand. Die Qualität lässt allerdings sehr zu wünschen übrig. Hier kann man auch mit dem besten Programm nicht mehr viel nachbearbeiten.

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Mir macht die Bildbearbeitung Spaß. Letztendlich kommt es darauf an, dass die Fotos der Realitität entsprechen und so natürlich wie möglich bleiben. Dabei darf gern ein wenig retuschiert werden.

Foto freistellen

Manchmal möchte man das Objekt aus dem Hintergrund freistellen. Das Objekt ist dabei im Fokus und scharf, der Hintergrund ist verschwommen und unscharf.

Am besten funktioniert das mit einer guten Spiegelreflexkamera, einem guten Objektiv und den richtigen Einstellungen der Schärfentiefe.  Wichtig ist dabei die Einstellung der Blende. Am besten wählt man eine möglichst große Blende (kleine Blendenzahl) von 1,8 bis 2,4.  Dafür müssen dann die Lichtverhältnisse (Belichtung) stimmen.

Man kann auch mit Photoshop freistellen. Die echte Funktion “Freistellen” halte ich dabei für ungeeignet. Damit schneidet man nur einen Bildausschitt aus. Die bessere Alternative ist die Tilt-Shift-Funktion. Damit kann man bestimmte Bereiche unscharf machen. Das erfordert allerdings viel Fingerspitzengefühl.

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Das magnetische Lasso

Photoshop Elements bietet ein weiteres Werkzeug zum Freistellen eines Objekts an. Das magnetische Lasso. Es gibt außerdem das einfache Lasso und das Polygon-Lasso. Zur Freistellung einer Person ist das magnetische Lasso am besten geeignet. Damit kann man die Konturen des Objekts nachzeichnen und aus dem Bild herausschneiden oder die Auswahl umkehren und den Hintergrund verändern.

Die Bearbeitung ist ebenfalls sehr aufwändig. Mein Header wurde so bearbeitet, dass ich mich (das Objekt) mit dem magnetischen Lasso eingerahmt und ausgeschnitten habe und in das andere Bild eingefügt und angepasst. Man kann ein Objekt mit dem magnetischen Lasso beliebig ausschneiden und in einen anderen Hintergrund hineinsetzen. Dabei muss sauber gearbeitet werden, evtl. überschüssige Kanten werden wegradiert.

Hier siehst Du ein weiteres Beispiel. Ich habe mich (das Objekt) mit dem magnetischen Lasso eingerahmt, die Auswahl umgekehrt und den Hintergrund mit dem Kunstfilter “Fotopapier-Collage” bearbeitet. Dadurch wirkt der Hintergrund wie gemalt. Das Objekt bleibt original.

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Die Frage ist: Will man den ganzen Aufwand betreiben?

Ich habe Dir ein Video herausgesucht, in dem Du genau sehen kannst, mit welchen Objektiven und mit welchen Blenden und Brennweiten Du die besten Ergebnisse erzielen kannst. Es gibt übrigens viele gute Tutorials bei YouTube.

 

Ein schönes Beispiel für Retusche siehst Du übrigens HIER  im Blog “Meine Kleider” von Annemarie.

Bearbeitest Du Deine Bilder? Wenn ja, wie? Ich bin gespannt wie Du zur Fotoretusche stehst.

Siehe auch Wie man sich mit einfachen Mitteln ein eigenes Fotostudio einrichtet

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