Es wächst und wächst und wächst. Das Netzwerk der ü 50 Fashion und Lifestyle Blogger.

Das liegt zum einen daran, dass immer mehr Bloggerinnen langsam in das Alter kommen. Zum anderen trauen sich immer mehr Frauen ü 50 in die Öffentlichkeit. Männliche Modeblogger über 50 sind in Deutschland so gut wie gar nicht vertreten.

Als ich vor über 6 Jahren mit bloggen begann, machte ich mir keine Gedanken darüber, wie viele Blogger es in meinem Alter gibt. Da war ich 49 Jahre alt. Anfangs hatte ich keine speziellen Themen, fand aber schnell Gefallen daran, auch mal ein Outfit von mir zu posten.

Dass die Mode ü 50 jenseits vom Mainstream ein Nischenthema ist, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst. Im Netz fand ich kaum deutsche Frauen, geschweige denn Männer, die sich mit Mode und Lifestyle beschäftigen.

Noch vor 2 1/2 Jahren fragte ich meine Leser, ob Moderblogger ü 50 eine seltene Spezies sind. Die Frage war nicht unbegründet. Es entstand schon damals eine rege Diskussion darüber.

Zwei Jahre später stellte sich mir diese Frage erneut. Mittlerweile hatte sich in der Szene einiges getan. Es gibt sich also doch, die deutschsprachigen Modeblogs ü 50. Viele beschränken sich dabei nicht nur auf Modethemen, sondern ebenfalls auf Lifestyle und andere Dinge, die Frauen in diesem Alter interessieren. Wir wollen uns schließlich nicht auf ein Thema festnageln und in eine Schublade packen lassen. Auch wenn Bloggern immer wieder dazu geraten wird, eine Nische zu füllen.

Brauche ich eine Nische als Blogger?

Finde eine Nische und fülle sie.

Eindeutig NEIN! Das ist mir zu langweilig! Nur weil ich mit ü 50 meine Outfits zeige, die manchmal ein bisschen anders sind als ein Outfit im Katalog und jenseits des Mainstream, fülle ich damit keine Nische. Für mich ist das normal und selbstverständlich. Meine Kleidung war schon immer eher auffällig.

Es gehört natürlich eine gewisse Portion Selbstvertrauen und Narzissmus dazu, sich als “Best Ager” in der Öffentlichkeit zu zeigen. Mit allen Falten im Gesicht und kleinen Speckröllchen an den Hüften.

Umso mehr erfreut bin ich darüber, dass wir immer mehr werden. Dass sich das Netzwerk der Blogger ü 50 ausbreitet – nicht nur, was Mode- und Lifestyleblogs betrifft.

Das Netzwerk 50plus

Dazu hat unter anderem auch Maria Almana vom Unruhewerk beigetragen, die sich unermüdlich ihr Netzwerk aufgebaut hat. Zusammen mit Uschi Ronnenberg wurde das Portal blogs 50plus ins Leben gerufen, auf dem sich mittlerweile viele Blogs aus allen Bereichen tummeln.

Es geht hier nicht nur um Mode.

Mir ist schon klar, dass mein E-Mail-Konto ü 50 mit ganz anderen Werbeanzeigen bestückt wird. Da gibt es schon mal Anzeigen für einen Treppenlift oder eine Best-Ager-Partnerbörse im Postfach.

Omg! So weit bin ich noch nicht! Daher habe ich meine E-Mail-Konten auf dem Privaten Rechner in Outlook eingebunden. So werde ich zumindest von Spams und blöden Anzeigen verschont – aber das nur am Rande.

Andrea vom Blog “Here I am – Andrea” fragte unlängst, ob ü 40 Blogger eine Randerscheinung sind.

Es wird Zeit, dass wir mehr in den Vordergrund treten. Dass wir uns “vertreten”. In Amerika gehen die reiferen Frauen viel lockerer damit um. Da wird zum Teil über drei Generationen gebloggt.

Mode jenseits der Einheitsnorm – auch für ältere Frauen

Ein gutes Beispiel für unkonventionelle Kleidung für Frauen jenseits der Einheitsnorm bietet Harald Glööckler mit seiner Kollektion “Amouröös”, die Sabina von OceanblueStyle at Manderley vorgestellt hat.

Ich bin nicht immer ein Fan der Kollektionen von Harald Glööcker, finde aber sein Statement genial:

“DER SCHNITT IST DAS PROBLEM. NICHT DER KÖRPER EINER FRAU”

Das trifft es auf den Punkt. Wenn Mode nur auf dem Kleiderbügel funktioniert, aber nicht in der Realität, dann läuft etwas schief.

Ich bin zwar nicht XXL, möchte aber trotzdem tragbare Mode für mich. Meine Figur ist anders als mit 20 oder 30.

Das ist eine Herausforderung für die Modeindustrie.

In diesem Sinne: Lasst das Netz der ü 50 Mode-Blogger wachsen! Wir haben es in der Hand. Wir sind die (kaufkräftige) Generation, die Trends bestimmt.

Bei vielen Firmen, die sich auf Mode für die ältere Generation spezialisiert haben, findet bereits ein Umdenken statt. Wo man früher nur “trutschige Klamotten” bekam gibt es mittlerweile richtig schicke und moderne Kleidung, die tragbar und bezahlbar ist.

Bitte mehr davon!

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